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Kindermund

Unser kleiner Raeuber versucht sich mittlerweile schon heftigst in Konversation. Dabei sind im so manche Formuliereung, Bezeichnungen aber noch nicht so ganz klar. Er redet von sich meist mit dem besitzanzeigendem Fuerwort: „meiner auch mit“ heisst so viel wie „ich moechte bitte auch mit“ – obwohl wahrscheinlich heisst es eher: „Ich will aber auch mit!“ Auch zieht er manche Laute zusammen, so dass die Bedeutung fuer das ungeschulte Ohr nicht immer leicht erkennbar ist. Da er aber dabei konsitent ist, wissen Mama und Papa mittlerweile, (meistens) was er meint: „Meiner sit’a“ kommt von „Meiner sitzt da“ und heisst also „Ich sitze hier“. Suess ist es auch wie er „schwitzt“ betont – man kann es leider bloss kaum mit normalen Buchstaben nachschreiben. Bei den hiesigen Witterungverhaeltnissen, ist der ‚Satz’ „Meiner switz, abduschen“ aber relativ haeufig zu hoeren und laesst immer ein kleines Laecheln ueber Papas Gesicht huschen.
Bei manchen Ausdruecken belaestt er es wiederum nicht beim Zusammenziehen der Silben, sondern verwendet eigene  Kreationen. So steht „Gung“ fuer „Trinken“. Wenn  man ihn allerdings fragt, ob er was trinken wolle, antwortet er entsprechend mit „Ja“ – es ist also nicht so, dass er den allgemein ueblichen Ausdruck nicht verstuende.
So wie er selbst zur familieninternen Sprache beitraegt, so hat er natuerlich hat er auch ein paar familienueblicher Ausdruecke uebernommen. Seine Schwester nennt er nur selten beim Namen (so wie er sich auch zu weigern scheint seinen eigenen Namen, welcher zugegeben nicht besonders leicht ist, zu nennen). Statt dessen redet er gerne von der „kleinen Mausi“. Auch ist er sehr kreativ was die Erweiterung des Beutungskreises bekannter Worte betrifft. „Kopf“ steht fuer alles was irgendwie mit Kopfbedeckung oder Haaren zu tun hat – inclusive Papas Schweissband: „Da BrumBrum Kopf“ „Der Motarradfahrer dort hat einen Helm auf“ – fast ein ganzer Satz. Seinen ersten ganzer „Satz“ sprach er ja, als er eines Morgens weinend zu mir gerannt kam, waehrend ich unter der Dusche stand: „Illa Gung heiss, fallt, Hand aua“ (Damals beherrschte er das Genetiv ‚s’ noch nicht)
Trotz aller Stoplersteine fuer das dudengewoehnte Ohr, praegen sich manche Perlen doch tief in das Gedaechtnis ein und lassen auf ein klares Verstaendniss von Zusammenhaengen schliessen: Mir auf die Schulter klopfend, fomulierte er ohne jede Unsicherheit „Papa auch grosser Raueber“ (D)
p.s. neben den oben beschriebenen Bedeutungserweiterungen, Lautverschiebungen und Erkenntnissgewinnen, moechte ich an dieser Stelle doch noch protokollarisch vermerken, dass unser Sohn mittlerweile nicht nur versteht, was Voegel sind, oder Hunde - sondern auch, dass es Spatzen, Huehner oder Tauben gibt. Manche von diesen sind gar besonders und haben eigene Namen. Bei Menschen gelingt der umgekehrt Prozess der Abstraktion noch nicht so: Matthew, Simon, Clara oder Luz kennt und schaetzt er. Das Konzept von Mann und Frau oder Junge und Maedchen erfasst er (zumindest sprachlich) nocht nicht so ganz; den Begriff „Leute“ beginnt er langsam zu verstehen. Auch auf anderen Gebieten beginnt er nun Begriffe welche keine Gegenstaende oder Personen bezeichen oder sich nicht auf Aktivitaten beziehen zu verstehen und aktiv zu verwenden: Seine Lieblingsfarbe ist zur Zeit Schwarz (wohl auch deshalb weil es noch die einzige Farbe ist, welche er eindeutig zuordnen kann) und dass man nicht nur das rechte Bein oder den rechten Arm waschen kann, sondern auch rechts abbiegen kann, ist ihm auch gelaeufig.
25.10.06 09:49
 


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