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Gottesdienst und Gotteslob

Gelobt sei Gott! Auch wenn ich mit manchem hier mehr „Probleme“ habe, als ich es erwartet haette, so foerdert der Aufenthalt in Arabien meine spirtituelle Entwicklung doch deutlich mehr als ich es mir getrauemt haette. Dass es hier gaengige und akzpetierte Praxis ist ein Geschaefts-Meeting zu unterbrechen um den Teilnehmern  die Moeglichkeit zum Gebet zu geben, beeindruckt mich zutiefst und hinterlaest tiefe Spuren. Leider sind die formalen Moeglichkeiten zum Gebet auf eine bestimmte Glaubensrichtung limitiert, doch waere eine solche oeffentliche Aeusserung von Spiritualitaet im Geschaeftsleben im saekularen Europa nicht voellig undenkbar (zumindest unter Technikern/ Ingenieuren)?
Darueber hinaus habe ich ausgerechnet hier eine Gemeinde gefunden, in der ich mich unwillkuerlich aufgenommen und zu Hause fuehle. Aus dem Beduerfniss heraus meinem spirituellem Leben neuen Schwung zu verleihen, besuchten wir einige Male den anglikanischen Gottesdienst. Einen deutschen, evangelischen Gottesdienst gab es in Abu Dhabi nur sehr sporadisch und dessen Feier war sehr von einer Person abhaenging. Nachdem diese Person nicht mehr zur Verfuegung steht, ist der deutsche Gottesdienst eingeschlafen. Einmal im Monat findet noch eine deutsche Versammlung in Dubai statt, welche wir ehrliuch gesagt noch nicht besucht haben. Der woechentliche Gottesdienst unter der Schirmherrschaft der anglikanische Kirche findet jeden Freitag auf dem „Kirchencampus“ statt. Dabei handelt es sich um ein Areal, in welchem sich mehrere christliche Konfessionen und Sprachgemeinschaften mehrer Kirchen, Kapellen und Gemeinderaeume teilen. Fast kommt es mir dort vor wie in der Geburtstkirche in Jerusalem: Hier eine Kapelle nubischer Christen, dort eine Nische katholischer Praegung, lutherisch schlichte Gebetsraueme neben grichisch-orthodoxen Krypten, reich an Blattgold und Ikonen. Wohingegen in der Geburtskirche jedoch streng darauf geachtet wird wer, welchen Gang benutzen darf und wann wo beten darf, wurde der anglikanische Gottesdienst in Abu Dhabi lange in der kleinen Kapelle der koptisch Gemeinschaft abgehalten. Diese Gemeinschaft wiederum ist so gross, dass ihr Gottesdienst zur gleichen Zeit in der anglikanischen Kirche gefeiert wurde. Mittlerweile ist der Neubau der Kopten fertiggestellt, die anglische Gemeinde ist wieder in ihr Kirchengebaeude gezogen und Lobpreis und Gebte auf Hindi erfuellen die ehemalige koptische Kapelle. Was fuer ihre Raeumlichkeiten gilt, gilt auch fuer den Gottesdienst der anglikanischen Kirche selbst: Er bietet Raum fuer viele: Neben britisch-anglikanischen Christen, finden sich dort auch konservative amerikanische Familien, indische Junggesellen und Schweizer Calvinisten. Dennoch wurde es fuer uns zunehmend schwierig dem Gottestdiesnt zu folgen. Im Gottesdienstraum steht zwar eine Spielecke zur Verfuegung, doch irgendwie halten sich unsere Kinder nicht an die implizierten Regeln: Es gilt leise zu spielen und dabei die Autos, Baukloetze etc nicht unter der Bank des Vordermannes zu verteilen sondern auf dem Spielteppich zu belassen. Das gemischt mit der Tatsache, dass der dortige Ritus mit drei ausgedehntenLesungen sich sehr auf das Wort konnzentriert, veranlasste uns dazu, uns nach anderen Moeglichkeiten spiritueller Gemeinschaft umzusehen.
Nun baut nicht nur die koptische Gemeinschaft, auch die ECC (Evangelical Communite Church; http://www.eccad.org) ersetzt ihren alten, zu eng gewordenen Raeume durch groessere. So besuchten wir eines Freitags Morgens deren Gottesdienst statt wie bisher den anglikanischen. Die Kinder werden dort altersgerecht in unterschiedlichen Gruppen/ Raeumen betreut – oder koennen mit in den Haupt-Gottesdienst genommen werden, je nach Neigung. Der Gottesdienst selbst beginnt mit viel Gesang und Lobpreis. Es dauert meist 3-4 Lieder, bis alle 400 Besucher des 10:15Uhr Gottesdienstes eingetroffen sind und einen Platz gefunden haben. (Man sagt uns, der 08:15Uhr Gottesdienst sie nicht ganz so voll. Da wir aber bisher immer einen Platz gefunden haben, haelt sich die Motivation frueher aufzustehen stark in Grenzen). Wir fuehlten uns in dem durch zwangslose Freude erfuellten Gottesdienst gleich zu Hause. Gegen Ende der Liturgie stellten sich die Neuankoemmlinge kurz der Gemeinde vor. Es handelt sich bei jedem Gottesdienst um ca. 4-8 Personen. Einmal im Monat findet im Anschluss an die Kirche eine kurze Veranstalltung fuer Neuankoemmlige statt, in welcher sich der Pfarrer, Jugendgruppenleiter etc. vorstellen. Wir freuen uns jeden Freitag auf die Erfahrung dieses Gottesdienstes, in welchem Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlicher Bildung, unterschiedlicher sozialer Herkunft gemeinsam im Heiligen Geist feiern. Es sieht wohl so aus, dass wir hier ein neues geistliches Zuhause gefunden haben. (M&D)
8.10.07 06:58
 


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